0 Comments

Standort: Zürich (~47.4°N) · Basierend auf PVGIS-Referenzdaten · Von RA Voltaik KLG

Warum die Ausrichtung der Solarmodule entscheidend ist

Die Ausrichtung und Neigung von Solarmodulen auf einem Flachdach beeinflusst den Jahresertrag erheblich. Für den Standort Zürich haben wir verschiedene Konfigurationen simuliert, um die optimale Balance zwischen Energieausbeute, Ballastierung und Windresistenz zu finden.

Die folgende Tabelle zeigt den spezifischen Ertrag in kWh/kWp pro Jahr für verschiedene Ausrichtungen bei 10° und 15° Modulneigung. Alle Werte basieren auf PVGIS-Daten mit 14% Systemverlusten.

Spezifischer Ertrag nach Ausrichtung

Ausrichtung 10° 15° vs. Süd 10°
Süd (0°) 1’055 1’075 Referenz
Südwest (45°) 1’030 1’035 −2.4%
West (90°) 965 945 −8.5%
Ost-West (±90°) 965 945 −8.5%
Ost-West +45° gedreht (SW/NO) 998 968 −5.4%

Werte in kWh/kWp pro Jahr. Referenz: Süd 10° = 1’055 kWh/kWp. Ost-West = Mittelwert Ost + West. Ost-West +45° = Mittelwert Südwest + Nordost. Hervorgehobene Zeile = empfohlene Konfiguration.

Grafische Übersicht

Balkendiagramm: Spezifischer Ertrag nach Modulausrichtung am Standort Zürich
Spezifischer Ertrag in kWh/kWp pro Jahr für verschiedene Ausrichtungen bei 10° und 15° Neigung.

Wichtigste Erkenntnisse

Süd 10° liefert mit 1’055 kWh/kWp einen hervorragenden Ertrag und dient als Referenzwert für alle Konfigurationen.

West bzw. Ost-West 10° erzielen ca. 965 kWh/kWp (−8.5% vs. Süd). Beide Seiten einer Ost-West-Anlage liefern praktisch denselben spezifischen Ertrag. Der grosse Vorteil liegt in der besseren Flächenausnutzung und dem deutlich geringeren Ballast.

Ost-West +45° gedreht erreicht ca. 998 kWh/kWp bei 10° (−5.4% vs. Süd). Diese Variante profitiert davon, dass die Südost-Seite deutlich mehr einfängt als bei reinem Ost-West, während die Nordwest-Seite etwas schwächer ist.

Südwest 15° liegt mit 1’035 kWh/kWp nur 2.4% unter der Süd-Referenz – jedoch mit doppelt so viel Ballast wie eine Ost-West-Lösung.

Ballastvergleich

Die Wahl der Ausrichtung wirkt sich direkt auf die notwendige Ballastierung aus. Die Süd-Aufständerung bei 10° dient als Referenz (100%). Die Ost-West-Varianten benötigen deutlich weniger Ballast:

Konfiguration Ballast (ca.) vs. Südwest 15°
Süd 10° (S-Dome) ~1’994 kg 100%
Ost-West 10° Classic ~1’076 kg 54%
Ost-West 10° Classic LS ~867 kg 43%

Referenz: Südwest 15° = 100% (1’994 kg). Ost-West Classic benötigt nur gut die Hälfte, Classic LS sogar weniger als die Hälfte des Ballasts. Es wurde ein Projekt mit 39 Modulen für die Analyse verwendet.

Fazit

Die optimale Ausrichtung hängt von den individuellen Gegebenheiten ab: Dachstatik, Windverhältnisse, verfügbare Fläche und Verbrauchsprofil. Während Süd-Aufständerung den höchsten Ertrag pro Modul liefert, kann eine Ost-West-Anordnung durch bessere Flächennutzung und geringere Ballastierung einen höheren Gesamtertrag erzielen – insbesondere auf statisch limitierten Dächern.

Interessanterweise liefert die Ost-West-Aufständerung mit einer 45°-Drehung einen um rund 3,4% höheren spezifischen Ertrag als die klassische Ost-West-Ausrichtung und ist – sofern die Dachgeometrie es zulässt – die bevorzugte Konfiguration.

Gerne beraten wir Sie individuell zu Ihrem Projekt. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Offerte →


RA Voltaik KLG

Dietikon, 24.03.2026

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Related Posts